Was soll das und worum geht es hier?

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sich an Familiengerichten und unter den dort Mitwirkenden, erschreckende Situationen abspielen.

Mütter hoffen, wenn Sie sich aus einer für sie unerträglichen Beziehung trennen, in der sie oft genug über eine lange Zeit versucht haben, eine Besserung zu erreichen und zu einem Anwalt gehen, dass dieser sie so vertritt, dass es ihr und dem Kind anschließend gut  - oder zumindest besser als in der Beziehung, aus der sie sich gerade gelöst hat - geht.

Sie nehmen an, dass ihre Rechte gewahrt und vor allem auf Bedürfnisse der beteiligten Kinder Rücksicht genommen wird.

Es sind ja schließlich eine Horde Fachleute, die sich bestens auskennen, mit kindlicher Entwicklung und damit verbundenen Nähe- und Sicherheitsbedürfnissen, Bindungstheorien, Entwicklungspsychologie, Trennungsdynamik und allem anderen, rund um das Thema Familie und Trennung - vor allem dem Wohl des Kindes - dort anzutreffen. Natürlich sind sie auch geschult darin, Anzeichen für Lügen und unwahrer Behauptungen zu erkennen und benennen zu können.

Diese Fachleute kennen sich aus und können einem helfen. - So die oft anzutreffende Meinung.

Leider werden die meisten Mütter sehr schnell desillusioniert. Sie merken, dass es offenbar völlig egal ist, was in der Beziehung passiert ist, es im Grunde keine Rolle spielt, ob es Gewalt gegeben hat, der Vater rund um die Uhr außer Haus war, sich nicht am Familienleben beteiligt hat und der überwiegende Teil der Care-Arbeit von der Mutter geleistet wurde, die dazu beruflich kürzer getreten ist und ihre beruflichen Ziele zugunsten der Kinder hinten angestellt hat.

Das alles müsste doch berücksichtigt werden, wenn es um Umgangsregelungen und den zukünftigen Lebensmittelpunkt des Kindes geht, so die Auffassung vieler Mütter.

Die Fachwelt rund um das Familiengericht ist der Meinung, dass Umgang der Kinder mit dem Vater (umgekehrt seltsamerweise eher nicht, wie man immer wieder feststellen muss) an allererster Stelle steht und sich alles andere daran zu orientieren hat. Denn das diene schließlich dem Kindeswohl.

Ein schlechter Vater ist besser als gar keiner – so die dort anzutreffende Fachmeinung. Wenn der Vater „nur“ Gewalt gegen die Mutter verübt hat und nicht gegen die Kinder, er ein Suchtproblem hat oder gegen das eigene Kind sexuelle Gewalt ausgeübt hat – all das wiegt nicht schwer genug, dass der Vater sein Umgangsrecht nicht ausüben dürfe. Das eine hat schließlich mit dem anderen nichts zu tun und es ist schließlich so immens wichtig für die kindliche Entwicklung, weiterhin regelmäßigen Kontakt mit dem eigenen Vater zu haben - so die aktuell vorherrschende Meinung im Dunstkreis des Familiengerichts. 

Vor der Trennung hat merkwürdigerweise kein Hahn danach gekräht, ob und wie oft der Vater zuhause anwesend war und sich dann auch noch wirklich um das Kind und nicht um seine Hobbies gekümmert hat.

Das der Kontakt von Vater und Kind sehr wichtig für das Wohl des Kindes ist, mag in vielen Fällen stimmen und in der Tat so sein.... Doch soll es auch Väter geben, die in Gesprächen Zusagen machen, die sie nicht einhalten, die stets sich und ihre Interessen sehen, aber einwandfrei falsche Tatsachen vorgaukeln können, denen es einfach nur um Rache an der "Ex" geht und denen dazu jedes Mittel recht ist... 

Doch diese Spezies scheint man in Familienrechtskreisen konsequent zu ignorieren und sich der Illusion hinzugeben, dass alle Väter stets ausschließlich im Sinne ihres Nachwuchses agieren - und selbstverständlich uneingeschränkt die Wahrheit benennen, wenn sie bei Gericht, gegenüber Jugendamtsmitarbeitern, Verfahrensbeiständen und Mediatoren von Persönlichkeitsstörungen, psychischen Erkrankungen, Unzulänglichkeiten und Kindeswohlgefährdungen durch die Mütter sprechen.

Merkwürdigerweise jedoch immer erst im Anschluss an eine Trennung. Lagen diese vom Vater dann benannten Störungen der Mutter vorher etwa nicht vor? Und wenn doch - warum wurde diese laut Vater scheinbar massive Kindeswohlgefährdung durch die Mutter nicht schon in Zeiten der funktionierenden Beziehung vom Vater benannt und diese Gefahr versucht von den Kindern fernzuhalten?

Da mag sich der geneigte Leser selbst sein Urteil bilden, woher diese Sorge um das Wohl des Kindes in solchen Fällen erst im Falle einer Trennung herrühren mag... 

Zugegeben, diese Zeilen sind etwas sarkastisch formuliert, sollen aber auf grundlegende Dinge aufmerksam machen, die falsch laufen.

Nachdem die getrennte Mutter also gemerkt hat, dass es völlig irrelevant zu sein scheint, was VOR einer Trennung gelaufen ist und alle stets in die glorreiche Zukunft blicken in der der Vater sich natürlich (augenscheinlich) vorbildlich verhält und durch immer wiederkehrende „Beratungen“, Mediationen und Übergabesituationen erlittene Traumata nicht verarbeitet werden können, fühlt sie sich irgendwann völlig ausgeliefert und nicht in der Lage, ihr Kind zu schützen.

Kinder schützen? Wovor eigentlich? Es sind doch stets alle Beteiligten ausschließlich an ihrem Wohl interessiert.... oder?!

Natürlich!

Und selbstverständlich sind alle Väter toll!
Jeder Vater verhält sich stets kindeswohlorientiert und stellt eigene Bedürfnisse hinten an, agiert sachlich und auf Elternebene. Er hat ausschließlich das Kind mit seinen Bedürfnissen im Blick.

Erst recht nach einer Trennung, die sein Leben umkrempelt und für alle Beteiligten sehr emotional ist. Nur die Mütter stellen sich quer und manipulieren das Kind. So ist das doch - oder?

Genau das scheint die vorherrschende Meinung der Beteiligten rund um das Familienrecht zu sein, anders sind manche Vorgänge einfach nicht mehr zu erklären. Hier setze ich an und will Mütter stärken und ihre Ressourcen mobilisieren, damit sie bessere Ergebnisse für sich erreichen können.

Du brauchst persönliche Unterstützung, einen Blick von Außen, der kniffelige Situationen aufdröseln und dir sinnvolle weitere Schritte aufzeigen kann?

Hier soll ein Pool an Informationen rund um diese Themen entstehen und eine Unterstützung zur besseren Bewältigung dieser kräftezehrenden und sicher auch beängstigenden Situation bieten.

So können Mütter souveräner agieren und bessere Ergebnisse für ihre Kinder erreichen.

Wenn du eine hilfreiche Website, Anlaufstelle oder Lektüre für Mütter, die zum Thema "Trennung und Familienrecht" und den Auswirkungen daraus kennst, freue ich mich über einen Hinweis. So kann der Infopool wachsen und die Vernetzung ausgebaut werden.