Mangelnder Gewaltschutz bei Trennung

Trennugskriminalität

Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mich nicht getrennt und es einfach ausgehalten...

Viele von häuslicher Gewalt betroffene Mütter würden sich nicht noch einmal von ihrem Gewalttäter trennen!

- Ein Armutszeugnis für ein Hilfesystem, das ins Leere läuft.

Hier teile ich heute ein sehr aussagekräftiges Statement einer von Gewalt betroffenen Mutter, die sich zum schwierigen Thema der Trennungsfolgen bei häuslicher Gewalt für Mutter und Kind äußert.

"Ich stelle einfach schon seit langem fest, dass viele betroffene Mütter sagen, sie würden sich nicht nochmal trennen, wenn sie gewusst hätten, was sie nach der Trennung dann erlebt haben. Und ich kann das nur zu gut verstehen, wenn man bedenkt, wie der Gewaltschutz gerade nicht stattfindet. Aber dennoch ist es falsch. Denn es hilft nur dem Täter, wenn man sich nicht trennt. - Nein, ich schreibe das nicht einfach nur mal eben so, denn ich weiß selbst nur zu gut, was Gewalt erleben heißt! 

Bei uns ging es schon los, da war mein Sohn noch nicht mal geboren, erst nur vereinzelt, eher subtil, dann als mein Sohn gerade vier geworden war und ich in Lebensgefahr in der Klinik, da drehte der Vater erst richtig auf. Erst fast zwei Jahre später konnten wir ihm entkommen, und zwar nur mit Hilfe der Polizei, die ihn des Hauses verwies und ich konnte mit Hilfe einer Anwältin erreichen, dass er sich uns 6 Monate nicht nähern durfte, das Jugendamt bestand aber dennoch auf Umgang - alle 2 Tage!

Seither verbringe ich mehr Zeit mit Gerichtsverfahren als mit sonstwas. Und vor über 2 1/2 Jahren bekam der Vater das Kind, das gewaltsam aus der Schule entführt wurde - mit Polizei. Augenzeugen berichteten, er habe sich mit den Polizisten einen minutenlangen Kampf geliefert und so laut durch das Schulhaus geschrieen, dass man ihn im halben Haus gehört hätte. Seither darf ich meinen Sohn nicht mehr sehen, und auch sonst keiner - nicht Verwandte, nicht Freunde, niemand! Der Vater hält ihn wie in Geiselhaft! 

Im Vorfeld der Entführung - denn das war es und keine "Jugendhilfemaßnahme", wie es im Gerichtsbeschluss hieß - hatte der Vater es geschafft mehrere Personen zu manipulieren/aufzuhetzen, die nachweisbare Falschaussagen vor Gericht machten. Deshalb wurde ich als angebliche Kindeswohlgefährderin beschuldigt, weil ich angeblich meinen Sohn gesundheitlich geschädigt hätte. Tatsächlich hatte der Vater notwendige OPs sabotiert - aber die Ärzte meines Sohnes wurden nie als Zeugen gehört, Arztberichte ignoriert, nur die Falschaussagen als "Beweise" im Beschluss benannt.

Beim Oberlandesgericht wurde alles "auf dem Bürowege" immer im Ruck-Zuck-Verfahren vom Tisch gefegt, teilweise ganze Passagen vom Beschluss des Amtsgerichtes wörtlich einfach abgeschrieben. 

Ich hatte mal eine eigene Immobilie, war selbstständig erfolgreich, finanziell abgesichert - alles weg, heute lebe ich in einer Unterkunft, Hartz 4, habe seit der Entführung meines Sohnes fast 40.000,- Schulden angehäuft, weil man mir nicht mal Verfahrenskostenhilfe gewährt, arbeite in Eigenregie daran, mir wieder eine Existenz aufzubauen - denn wer selbstständig ist, der ist es gewöhnt, selbst ständig zu arbeiten, selbst Verantwortung zu übernehmen, selbst "unternehmerisch" zu sein, also etwas zu unternehmen! 

Jugendamt, Familiengericht, Jobcenter etc. - an die glaube ich schon seit langem nicht mehr! Mein Sohn wird kurz vor Weihnachten 13 Jahre - ja, so lange mache ich das schon mit! Ich weiß also durchaus, wovon ich rede oder schreibe.

Und dennoch oder gerade deshalb sage ich: Trennung ist das einzig Richtige in einer Gewaltbeziehung! Und zwar auch gerade für Kinder!"

Es ist immer wieder sehr interessant, was im Namen des Kindeswohls alles passiert. Kinder unter heftiger Gegenwehr von der Polizei aus der Schule unter dem Deckmantel der "Jugendhilfemaßnahme" zum Vater verbracht, der dann alle Kontakte sabotiert und das Kind isoliert... 

So läuft das...

Es gibt ja durchaus Angebote zur Unterstützung für von Gewalt betroffener Frauen. Sobald aber gemeinsame Kinder im Spiel sind, an denen der Vater ein Recht hat (und dies mit juristischer Unterstützung durchsetzt) laufen diese Maßnahmen leider oft ins Leere.

So ist es für Täter möglich, weiterhin über die gemeinsamen Kinder jahrelang weiter Einfluss auf die Mutter auszuüben, die dann dieser Gewaltspirale nicht entkommen kann.

Hier findet man übrigens Zahlen aus 2017: KLICK

veit lindau

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